Weinhardt & Kollegen

 

Die Planung oder Umstrukturierung von Unternehmen

Die Planung oder Umstrukturierung eines Unternehmens kann nicht nach Schema F erfolgen. Hier finden Sie einen Überblick der zu berücksichtigenden Aspekte. Neben der Unterscheidung nach der Hierarchie – nämlich in strategische und operative Planung – können die Planungsarten noch nach folgenden Merkmalen differenziert werden:

Planung nach Zeitraum:
kurzfristige Planung:   < 1 Jahr
mittelfristige Planung:   1–4 Jahre
langfristige Planung:   > 4 Jahre
 
Planung nach Gegenstand:
Funktionsplanung
Projektplanung
 
Planung nach Inhalt:
Strategieplanung
Maßnahmenplanung
Zielplanung
Grundsatzplanung
 
Planung nach Grad der Detaillierung:
Feinplanung
Grobplanung
 
Planung nach Integration:
Reihung
Staffelung
Schachtelung
 
Planung nach Planungsrichtung:
Bottom-up-Methode:   progressive Planung
Top-down-Methode:   retrograde Planung
Gegenstromverfahren:   Kombination aus progressiver u. retrograder Planung
 
Planung nach Datensituation:
Sicherheit
Unsicherheit
Risiko
 
Planung nach Flexibilität:
Rollierende Planung
Alternativplanung
Notplanung

 

Planungsprinzipien

Bei den Planungsprinzipien unterscheidet man die Reihung, Staffelung und Schachtelung. Die Begriffe beziehen sich auf die Umsetzung der Teilpläne, d. h. wie sie zeitlich und inhaltlich miteinander verbunden werden.
 

Reihung

Bei der Reihung geht die Planung vom Besonderen ins Allgemeine. Deshalb ist sie eine induktive Methode. Zuerst erfolgt die Entwicklung der kurzfristigen Planung. Unmittelbar im Anschluss kommt die mittelfristige Planung. Vorsicht: Es findet keine Überlappung der beiden Planung statt. Die Enddaten des kurzfristen Plans werden als Ausgangsdaten für den mittelfristigen Plan hergenommen. Mit der langfristigen Planung wird genau dasselbe wieder gemacht.
 

Staffelung

Bei der Staffelung erfolgt eine inhaltliche Überlappung. Die Einzelpläne sind dabei miteinander verknüpft und überlappen sich.
 

Schachtelung

Die einzelnen Teile der Planung – also kurz-, mittel- und langfristige Planung – sind bei der Schachtelung integriert. Die Planung geht vom Allgemeinen ins Besondere, deshalb spricht man auch von einer deduktiven Planung.
Die Teilplanungen beginnen zum selben Zeitpunkt. Begonnen wird mit der langfristigen Planung, dann erfolgt die mittelfristige und zum Schluss nimmt man die Kurzfrist-Planung vor. Die Schachtelung stellt ein geschlossenes und vernetztes Planungssystem dar. 
 

Planungsanpassung

Der ständig fortlaufende Prozess der Planungsanpassung kann mit Hilfe folgender Verfahren vorgenommen werden
  • Rollierende Planung
  • Alternativplanung
  • Notfallplanung
Die Planungen müssen während der Planungsperiode immer wieder an geänderte Umweltbedingungen angepasst werden.
 

Rollierende Planung

Bei der rollierenden Planung geht man wie folgt vor:
 
1. Schritt:
Man erstellt eine relativ detaillierte kurzfristige Planung für eine bestimmte Zeitperiode (t1).
Aufbauend auf die kurzfristige Planung entwickelt man die mittelfristige Planung für eine bestimmte Zeitperiode (t2), jedoch weniger detailliert.
Die auf den ersten beiden Planungen aufbauende langfristige Planung wird dann für den Zeitraum t3 nur noch grob ausgearbeitet.
 
2. Schritt:
Im Laufe von t1 erhält man aktuelle Entwicklungen und Erkenntnisse. Diese passen oft nicht mit der vorangegangenen Planung für diese Zeitperiode zusammen, weil man nicht alle internen und externen Einflüsse kennt. Folglich passt man die Planung bereits während oder gegen Ende der betreffenden Planungsperiode an.
Diese Vorgehensweise wiederholt sich fortlaufend in allen Planungsphasen.
 

Alternativplanung

Gerade wenn man strategische Inhalte plant, ist es oft sinnvoll, eine Alternativplanung zu erstellen, da jede Planung unsicher ist und Risiken birgt. Die Prämissen der ursprünglichen Planung können sich als richtig, aber auch als falsch erweisen.

Stellt man im Zeitablauf fest, dass die Prämissen völlig falsch sind, kann man auf den Alternativplan zurückgreifen und steht quasi nicht „mit leeren Händen“ da.

Auch in der Alternativplanung werden bereits die einzelnen Handlungsschritte und Wahlmöglichkeiten detailliert festgelegt, so dass sie im Fall der Fälle nur noch umgesetzt werden brauchen.

Zwar ist dieses Verfahren mit einem enormen Aufwand verbunden, doch stellt es für das Unternehmen gleichzeitig eine gewisse Sicherheit dar. Das Unternehmen in der Lage, sehr flexibel auf sich verändernde Umweltbedingungen zu reagieren. 
 

Notfallplanung

Eine ganz spezielle Form der Alternativplanung ist die Notfallplanung. Sie wird dann benötigt, wenn die Existenz des Unternehmens bzw. Teile davon auf dem Spiel stehen.

Deshalb sollte jedes Unternehmen über einen solchen Notfallplan verfügen und nicht versuchen, diesen erst zu erstellen, wenn die Existenz bedroht ist – denn dann ist es meistens schon zu spät!

 

Planungsrichtungen

Die Planungsprinzipien werden zusätzlich nach ihrer Planungsrichtung entschieden:

  • Bottom-up: Die Planung erfolgt von unten nach oben. Die einzelnen Pläne gehen von der Basis des Unternehmens aus und werden nach oben hin zusammengefasst und verdichtet.  

  • Top-down: Die Planung erfolgt von oben nach unten. Die Gesamtplanung geht von der Spitze des Unternehmens aus und wird nach unten hin in Teilpläne aufgesplittet und Schritt für Schritt umgesetzt.           

  • Gegenstromverfahren: Dieses Verfahren kombiniert die Bottom-up-Methode und die Top-down-Methode.

  • Multiple-nucleus:   Dieses Verfahren ist die sog. Fleckenstrategie. Unterschiedliche Funk-tionsbereiche des Unternehmens erstellen ihre Planungen. Diese werden miteinander verknüpft und zu einem Gesamtplan ausgearbeitet, in dem alle Teilpläne miteinander harmonieren.

  • Center-out: Bei diesem Verfahren geht man von den Kernprozessen im Unternehmen aus (die Kernprozesse beziehen sich auf die Wertschöpfung) und erstellt hieraus die entsprechenden Pläne, die dann wiederum zu einem Gesamtplan zusammengefasst und verdichtet werden.

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