Weinhardt & Kollegen

 

Stressursachen

Der Stress selbst lässt sich in vier Bereiche aufteilen, wovon der im Alltag ganz allgemein als Stress bezeichnete Zustand der schädliche Stress ist, der von Selye mit Disstress bezeichnet wurde.

 

 

 

 

 

 

Stress in seinen 4 möglichen Varianten

 

 

 

 

 

 

Jeder Mensch wird irgendwann einmal vom Stress befallen, wobei es gleichgültig ist, ob der Ursprung in einer körperlichen oder geistigen Überbeanspruchung liegt. Auslöser sind Stressoren genannte äußere Reize, die auf den Organismus einwirken. Es ist vom einzelnen Menschen abhängig, wann ein solcher Reiz vom gesundheitsfördernden in einen unkontrollierbaren, schädigenden Stress umschlägt. Die Stressreize aktivieren das vegetative Nervensystem, was je nach Menschentyp zu z. T. schweren gesundheitlichen Schäden führen kann.

Stress lässt sich natürlich nicht so exakt messen wie Pulsschlag oder Blutdruck, weil Stressempfinden eine individuelle Sache ist. Es ist aber versucht worden, ganz bestimmte Lebenssituationen, angenehme und unangenehme,  zu bewerten und mit Punkten zu gewichten. Dabei gilt die höchste Punktzahl 100 als sehr stressig und nimmt dann bis gegen 0 ab. Jede Person kann die ihrer Lebenssituation entsprechende Punktzahl notieren und aufaddieren. Aus der erreichten Punktzahl lässt sich dann ablesen, wie hoch die Stressbelastung ist. Je höher die Punktzahl und je länger die Belastungen anhalten, desto eher ist mit gesundheitlichen Problemen zu rechnen.

Aus der von Holms und Rahe aufgestellten Stresspunkteliste ist hier ein kleiner Ausschnitt angegeben, um ein Gefühl für Stressbelastungen zu bekommen:

Lebenssituation / Punkte                         

Tod des Ehepartners  / 100
Scheidung  /  73                                                                        
Gefängnisaufenthalt  /  63
Eheschließung  /  50
Verlust des Arbeitsplatzes  /  47
Ruhestand  /  45
Schwangerschaft  /  40
Geschäftliche Neuorientierung  /  39
Wechsel des beruflichen Aufgabenbereiches  /  36
Kind verlässt das Elternhaus  /  29
Außergewöhnliche berufliche Erfolge  /  28
Wohnungswechsel  /  20
Veränderte Essgewohnheiten  /  15
Urlaub  /  13

Grundidee dieser aus etwa 50 Punkten bestehenden Liste ist, dass sich der Körper jeder Veränderung des Umfeldes anpassen muss und dadurch Energien verbraucht. So ist zur Stressbelastung also neben der  Schwere eines Ereignisses auch die Menge der verschiedenen, belastenden Umstände von Bedeutung.

 

Aus der Vielzahl der unterschiedlichen Stressarten sollen hier nur die häufigsten angeführt werden:

Umfeldstress

Aus dem dinglichen Umfeld können Beeinträchtigungen auftreten, die neben rein physischen auch psychische, stressauslösende Schäden bewirken. Dazu müssen gezählt werden:

  • Schmutz
  • Lärm
  • Hitze
  • Kälte
  • Feuchtigkeit
  • Zugluft
  • falsches Licht

Berufsstress

Untersuchungen haben gezeigt, dass ein hoher Anteil an Stressfaktoren aus den Belastungen am Arbeitsplatz kommt. Sowohl das Verhältnis zu Vorgesetzten und Kollegen als auch zur Firmenorganisation gehen hier mit ein:

  • Berufliche Karriere
  • Einkommensentwicklung
  • Angst vor Arbeitsplatzverlust
  • Macht- und Konkurrenzkampf
  • Rücksichtslosigkeit durch Vorgesetzte und Kollegen (Mobbing)
  • Mangelnde Unterstützung durch Kollegen
  • Mangelnde Kompetenz der Vorgesetzten
  • Eingeschränkte Selbstständigkeit
  • Arbeitshetze
  • Fehlende Anerkennung
  • Umgang mit neuen Techniken
  • Mangelnde Identifikation mit der Arbeit

Familienstress

Die Familie kann Ruhepol in der hektischen Welt sein, sie kann aber ebenfalls zur unkontrollierbaren Belastung werden, wenn sich folgende Punkte häufen:

  • Unklare Position in der Familie
  • Spannungen zwischen den Familienmitgliedern
  • Wirtschaftliche Probleme
  • Gesundheitliche Probleme
  • Probleme in der Sexualität
  • Rücksichtslosigkeit der Nachbarn (Mobbing)
  • Unbefriedigende Wohnverhältnisse
  • Eingeschränkter Freizeitbereich
  • Mangelndes Zugehörigkeitsgefühl

Altersstress

In der immer älter werdenden Gesellschaft bilden sich zunehmend folgende  Ängste, die als Stressoren wirken:

  • Isolation
  • Einsamkeit
  • Krankheit und Hilflosigkeit
  • Altersarmut

 

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