Weinhardt & Kollegen

 

Markt - Bedarf   Nachfrage   Knappheit

 

Bedarf

Ein Bedarf ist ein mit Kaufkraft ausgestattetes Bedürfnis, d.h. vorhandene Bedürfnisse können aufgrund vorhandener Geldmittel auch erfüllt werden.

 

Unterscheidung Bedürfnisse - Bedarf

Während die Bedürfnisse eher im Vorstellungsbereich angesiedelt sind, ist der Bedarf die Konkretisierung der Bedürfnisbefriedigung

Unter Kaufkraft versteht man ganz allgemein die Geldmittel, die einem Haushalt zum Konsum zur Verfügung stehen. Die Kaufkraft ist ein Messwert des Geldes und zeigt an, wie viele Güter mit einem bestimmten Geldbetrag erworben werden können.

Der in einer Volkswirtschaft vorhandene Bedarf ist die Voraussetzung für einen funktionierenden Markt. Erst wenn die Möglichkeit besteht, für ein knappes Gut ein anderes allseits akzeptiertes Gut mit gleichem Nutzen einzutauschen ist der jeweils andere auch bereit dieses zu tun.

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Nachfrage

Die Nachfrage ist die Menge an Gütern und Dienstleistungen, die aufgrund eines Bedarfs tatsächlich gekauft wird. Voraussetzung hierfür ist ein entsprechendes Angebot an diesen Gütern und Dienstleistungen.

 

 

 

 

 

Man unterscheidet zwei Bereiche der Nachfrage

  • Individuelle Nachfrage             
Die individuelle Nachfrage ist die Nachfrage eines einzelnen Verbrauchers bzw. eines einzelnen Haushalts.
  • Gesamtnachfrage                     

Die Gesamtnachfrage ist die Summe der Nachfrage aller vorhandenen Nachfrager zusammen.

Aufgrund der Vielseitigkeit und der unterschiedlichen Bedeutung unterscheidet man bei der Gesamtnachfrage die Nachfrage auf den einzelnen Märkten, wie z.B.

  • Konsumgüternachfrage
  • Investitionsgüternachfrage
  • Arbeitsmarktnachfrage
  • Immobilienmarktnachfrage
  • Kapital- und Geldmarktnachfrage
 

Knappheit / Ökonomische Prinzipien

Zur Befriedigung der unendlichen Bedürfnisse steht oftmals nur eine begrenzte Anzahl von Gütern zur Verfügung. In diesen Fällen spricht man von Knappheit. Ihre Ursache ist ein begrenzter Vorrat an Rohstoffen, Arbeitskräften und Zeit (Ressourcen). Die Knappheit zwingt uns, mit den vorhandenen Ressourcen zu wirtschaften, sie sinnvoll und effektiv bzw. ökonomisch einzusetzen.

Das bestmögliche Ergebnis würde erreicht, wenn Nutzen und Aufwand gleich groß wären, was aber praktisch nicht machbar ist. Deshalb muss versucht werden, dieses Verhältnis so hoch wie irgend möglich zu gestalten. Diese Betrachtungsweise wird in der Volkswirtschaft als Ökonomisches Prinzip oder auch als Wirtschaftlichkeitsprinzip bezeichnet. Je höher das Verhältnis zwischen dem erreichten Ergebnis und den aufgewandten Mitteln ist, desto erfolgreicher ist das wirtschaftliche Handeln.

Ökonomische Prinzipien

  • Minimalprinzip  = Ein gegebenes Ziel soll mit möglichst wenig Mitteln erreicht werden.

  • Maximalprinzip = Mit gegebenen Mitteln soll ein möglichst großes Ziel erreicht werden.

Diese, sich auf die Durchführung beziehenden Aussagen sind praktisch wenig aussagekräftig, wenn nicht zuerst das zu erreichende Ziel genau definiert ist. Erst im Vergleich mit der tatsächlichen Zielerreichung kann der Einsatz der Mittel richtig bewertet werden (Minimalprinzip) oder bei Verbrauch der vorgegebenen Mittel der wirkliche Anteil der Zielerreichung festgestellt werden (Maximalprinzip).

 

Das Verhältnis von Nutzen und Aufwand wird auch oft mit den Begriffen Effektivität und Effizienz in Verbindung gebracht. Zwischen beiden Begriffen gibt es aber deutliche Unterschiede:

Effektivität

Die Effektivität gibt an, wie hoch der wirklich erreichte Anteil im Verhältnis zum vorbestimmten, endgültigen Ziel ist. Dabei wird nur bewertet, ob das Ziel oder welcher Anteil davon erreicht wurde. Es bleibt dabei unberücksichtigt, welcher Aufwand dazu notwendig ist.

Effizienz

Die Effizienz gibt das Verhältnis von Nutzen zu Aufwand wieder. Wie auch bei der Effektivität wird darauf hingearbeitet, das Ziel so vollkommen wie möglich zu erreichen, zusätzlich wird aber angestrebt, den dazu erforderlichen Aufwand auf einem Minimum zu halten. Effizient handeln bedeutet also, im Sinne des ökonomischen Prinzips zu handeln. 

 

Rationalisierung

Die wirtschaftliche Gestaltung von Prozessen und Strukturen in einem Unternehmen bzw. in einer Volkswirtschaft bezeichnet man als Rationalisierung.

Rationalisierungsmaßnahmen sollen zur Kostensenkung sowie zur Verbesserung der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit beitragen. Sie erstrecken sich auf alle Bereiche eines Unternehmens.

Beispiele:

Rationalisierung in der Materialwirtschaft durch

  • Standardisierung des Materials (Normung, Typung, Standardisierung der Mengen)
  • Nummerierung des Materials
  • Optimierung des Materialflusses
  • ABC-Analyse und XYZ-Analyse

Rationalisierung in der Produktionswirtschaft durch

  • Automatisierung bzw. Mechanisierung der Produktion und damit Ersatz der menschlichen Arbeit durch den Produktionsfaktor Kapital
  • Spezialisierung der einzelnen Arbeitsprozesse (Artteilung, Mengenteilung)